Blutegeltherapie

Blutegel werden schon seit Jahrtausenden erfolgreich in der Medizin eingesetzt.

Auch bei Tieren werden durch ihren Einsatz erstaunliche Erfolge erzielt.

 

Zur Therapie werden medizinische Egel verwendet (Hirudo medicinalis) die entweder aus Kleinasien importiert werden oder in Europa gezüchtet wurden.

 

Blutegel sind Würmer die den Großteil ihres Lebens im Wasser verbringen.  Sie werden bis zu 15 cm lang und können 30 Jahre alt werden.

Ihr Maul besitzt 3 Kiefer mit etwa 80 winzigen Zähnen.

An beiden Enden haben sie einen Saugnapf.

 

Der Blutegel reagiert sehr empfindlich auf Umweltverschmutzungen und benötigt sehr saubere Gewässer. Dadurch ist er in Europa fast ausgestorben.

Wie wirken Blutegel?

 

Die Egel beißen sich auf der Haut des Pferdes fest. Dort saugen sie bis zum fünffachen ihres Körpergewichts an Blut auf. Das sind etwa 30g. Dadurch entsteht eine entstauende Wirkung.

 

Durch den Biss injiziert der Blutegel seinen Speichel. Dieser Speichel enthält etwa 20 medizinisch wirksame Stoffe. Unter anderem Hirudin, das blutverdünnend, entzündungshemmend und antibiotisch wirkt. Der Speichel wirkt außerdem schmerzlindernd.

 

Sobald der Blutegel satt ist lässt er sich Fallen. Dies geschieht nach ca. 30 bis 60 min.

Anschließend kann es bis zu 12 Stunden zu Nachblutungen kommen, dadurch wird die Wunde gründlich gereinigt. Deshalb sollte die Nachblutung nicht gestoppt werden.

 

Bei Pferden sind keine direkten Nebenwirkungen der Blutegeltherapie bekannt.

 

Der Biss selber ist vergleichbar mit einem Insektenstich oder dem Kontakt mit einer Brennnessel.

Einsatzmöglichkeiten

 

Es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

 

Unter anderem können Blutegel eingesetzt werden bei:

 

Arthrose

Spat

Schale

Kissing Spines

Hufrolle

Sehnenprobleme

Hufrehe

Mauke

Prellungen

Blutergüssen

Druckstellen

Entzündungen

Phlegmonen…

 

Blutegel dürfen nicht mehrfach verwendet werden um zu verhindern, dass Infektionen über das Blut des vorherigen Patienten übertragen werden.

Nach der Behandlung werden die Egel aussortiert und dürfen zurück in einen Teich, eine Art Rentnerteich. Dadurch müssen die Tiere nicht getötet werden.

 

Blutegel sind sehr wählerisch. Bekommt das Pferd Medikamente oder Futter mit Kräutern, Knoblauch oder Ingwer  zu fressen kann es sein das sie nicht beißen. Auch Salben oder Insektensprays sollten vorher abgesetzt bzw. nicht verwendet werden.

Pferde- und Hundetherapie

Ann-Kathrin Peschke

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© Ann-Kathrin Peschke